Zwischen Burnout und Neuanfang: Wie Dr. Dunja Martin ihren Weg aus dem Klinikstress fand

Shownotes

Hast du dich schon mal gefragt, wie lange du gegen dich selbst leben kannst, weil du glaubst, du „musst“? In dieser ehrlichen Sprechstunde habe ich Dr. Dunja Martin zu Gast. Sie ist Fachärztin für Neurologie und Quereinsteigerin in die Allgemeinmedizin und wir sprechen über Überforderung, Systemzwänge und die Kraft, ehrlich zu sich selbst zu sein.

Gemeinsam mit Dunja nehme ich dich mit auf eine Reise durch die Höhen und Tiefen des Arztberufs und wir stellen uns die Frage: Wie viel Identität steckt eigentlich in unserem Job, in unserem Alltag? Wir reden über Klinikstress, unerfüllte Erwartungen und die Angst vor dem Versagen, aber auch darüber, was von uns bleibt, wenn plötzlich nichts mehr geht.

Du bekommst ganz ehrliche Einblicke in Dunjas Werdegang – und vielleicht erkennst du dich sogar an der ein oder anderen Stelle selbst wieder.

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Transkript anzeigen

00:00:00: Und jedes Mal, wenn ich in dieses Haus reingegangen bin, so nach ein, zwei Stunden habe ich gemerkt wie mein Akku leer war.

00:00:05: Es hat mir so viel Energie geraubt, in diese Akkutsychotrie zu gehen und die Dienste dort waren ja auch nicht ohne.

00:00:13: Wenn die Menschen unter Trogeneinfluss bis in die Haarspitzen auf Station randaliert haben, stand es nachts mit zwei kleinen Schwestern, die halb so groß waren wie du auf der Station und es hieß dann ja fixieren... Da überlegt man sich halt auch so was mache ich hier eigentlich gerade?

00:00:27: Teilweise hatte ich Panikattacken bekommen, wirklich Herzgrasen.

00:00:30: Wenn ich auf die Dienste musste heute noch wenn ein Telefon klingelt dem Klingelton wie damals das Dienstverlefong kriege ich feuchte Hände.

00:00:37: so tief sitzt es einfach drin.

00:00:39: und dass man zu verdeutlichen was das mit mir persönlich gemacht hat gibt natürlich Kollegen.

00:00:43: die streifen das ab den macht gar nichts aus.

00:00:46: die wachsen da mehr vielleicht persönlich rein in diesen Job als ich.

00:00:50: aber dadurch dass ich ja irgendwie nie richtig machen wollte weil ich eigentlich ganz anderes tun wollte Hat das bei mir solche Ängste ausgelöst zum Teil?

00:01:06: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Sprechstuhl mit dem Leben.

00:01:10: Ich bin Ben, heute habe ich Dunja da.

00:01:14: Freu mich sehr, dass du da bist!

00:01:15: Hallo Dunja!

00:01:16: Hallo Ben, vielen Dank für die Einladung.

00:01:18: Sehr, sehr gerne.

00:01:19: Ich weiß nicht, ich bin ein bisschen aufgeregt und unruhig.

00:01:22: Ich freue mich irgendwie total darauf.

00:01:23: Vielleicht liegt es daran, dass wir Kollegen sind und ich zum ersten Mal jemanden... aus meiner Gruppe gegenüber.

00:01:28: Du bist Ärztin?

00:01:29: Genau, ich bin Fachärztin für Neurologie und habe auch danach mal die Quereinstieg in die Allgemeinmedizin gemacht muss ich ehrlich sagen, distanziere mich ein bisschen von dem Gesundheitssystem wie wir es haben in Deutschland.

00:01:42: Ach das klingt schon mal spannend.

00:01:43: da können wir auch schon mal voll eintauchen!

00:01:45: Wir werden heute so ein bisschen zwei Perspektiven anschauen also einmal die Perspektive tatsächlich von dir persönlich was für Umbrüche du im Leben hattest und da sind ja auch ein bisschen knackige dabei.

00:01:57: aber das ist auch das Format.

00:01:59: deswegen suchen uns das auch aus.

00:02:01: aber auf der anderen Seite ist Format wie es eigentlich Arzt zu sein.

00:02:04: also ein bisschen beide Perspektiven bevor jetzt aber so richtig die ich schon eintauchen.

00:02:08: Die Frage, auf der Herrfahrt habe ich gedacht ... Ich möchte diese Frage stellen und dachte mir, wenn ich dir jetzt selber bekommen würde, wüsste ich gar nicht so unbedingt was ich antworten sollte?

00:02:17: Aber ich glaube du wirst eine gute Antwort finden oder eine, die aus deinem Herzen spricht.

00:02:23: Irgendwann hast du dich entschieden Medizin zu stehlen, Ärztin zu werden.

00:02:29: Was war das für ein Mensch damals?

00:02:31: Wer war Dunja damals als ihr gedacht hattet?

00:02:35: Vielleicht ... Ärztinnen Keine Ahnung.

00:02:38: Wie alt warst du da?

00:02:40: Was hat dich da angetrieben, wer warst Du da?

00:02:44: Also wenn ich nach meinen Eltern gehe wollte ich schon immer Ärztin werden und als kleines Kind habe ich immer viel mit meinen Puppen gespielt dass sie krank waren.

00:02:52: Ich hab sie wieder gesund gemacht.

00:02:55: Dass der Gedanke ging dann irgendwann mal verloren.

00:02:57: Ja, mit sechzehn, siebzehn.

00:02:59: Also dann aufs Abitur zu gehen und man sich überlegen musste was ich immer in der Nachdem-Abitur machen habe ist dieser Gedanke wiedergekommen.

00:03:05: Und ich dachte ja eigentlich wolltest du ja immer schon Menschen helfen und auch rein rational diese ganze Biologie.

00:03:11: das hat mich einfach super interessiert wie der Mensch funktioniert und wie die ganzen Zahnräder ineinander greifen und dass wenn ein Zahnrad eigentlich blockiert viele weitere Zahnräder auf einmal stehen bleiben.

00:03:23: und Dann kam so dieser Wunsch Studierst Medizin, da kannst du wahrscheinlich den Menschen am besten helfen.

00:03:31: So war damals noch mein Gedanke.

00:03:35: Was war ... Ich frage nochmal nach was warst Du so für Mensch?

00:03:38: Wie sagst Du als Kind irgendwie hast gerne geholfen Du wolltest irgendwie gesund machen, du hast gespielt dann wahrscheinlich mit Puppen oder keine Ahnung.

00:03:47: War das so ein zurückgezogener Mensch?

00:03:49: Warst du extrovertiert, warst du quirlig und frech?

00:03:53: Keine Ahnung also mit wem haben wir es damals zu tun gehabt?

00:03:57: Das

00:03:57: geht ja eigentlich schon direkt tief rein.

00:03:58: man kann da nicht sagen sowas ist ja alles rückblickend.

00:04:01: wenn ich jetzt hier mit meinen forty vierzig Jahren sitze dann überlege ich ja okay was für einen mensch war ich damals.

00:04:05: Ich war neugierig, ich hatte Lust die Welt zu entdecken eigentlich so ein bisschen Freigeist immer unterwegs, wollte selber bestimmen wie ich Dinge zu tun und zulassen habe.

00:04:18: Wobei es dann ja auch immer wieder die Kontroverse von dem Elternhaus war.

00:04:21: Mach was Anständiges, mach was Vernünftiges... Das ist ja dann auch immer mit reingekommen.

00:04:28: Und ich war immer einen Mensch der sehr viel auf Leistung gegangen ist Also immer wieder geguckt habe, okay gute Noten ja gut im Sport.

00:04:38: Und das ganze beruht wenn ich da jetzt ehrlich bin als Runderbrecher auf das Prinzip der Anerkennung bekommen von zu Hause, von den Eltern und von außen sich über das Außendefinieren.

00:04:48: und vielleicht war dann die Medizin die Schlussfolgerung von dem was ich gerne tun möchte.

00:04:53: Das ist bei

00:04:53: Spielfeld oder?

00:04:55: Ja und dem was man dann halt eben Anerkennen bekommt wo die Ärztin meine Tochter ist Ärztinnen geworden So diese Anerkennung von den Eltern auch so ein bisschen bekommen.

00:05:04: Und das floskt, denke ich mal alles in dieser Entscheidung am Ende mit drei Medizin zu studieren?

00:05:09: Ich höre aber so ein Bisschen zwei Aspekte raus.

00:05:11: auf der einen Seite.

00:05:12: Hast du gesagt freigastig will selber bestimmen keine Ahnung und auf die anderen dann schon auch dieser Leistungsaspekt wo man sich ja sagen wir ein Stück weit der Disziplin unterwirft.

00:05:19: genau Ist das auch so gewesen, dass du das wahrgenommen hast?

00:05:24: Damals gar nicht.

00:05:26: Ich war ganz normal und hatte seine Ziele.

00:05:28: Man geht in die Schule und wusste dann, das Abitur ist die logische Konsequenz.

00:05:33: Das macht man.

00:05:34: Dann fängt man an zu studieren und machte eben das Studium fertig.

00:05:37: Man macht es ebenso, weil's einfach von außen gesehen wird.

00:05:41: Abrechen, das ist ja eine Schwachstelle oder ein Versagen.

00:05:45: Wenn man abbrechen würde, weil man merkt, es ist einem zu viel... Oder man schafft es vielleicht nicht.

00:05:51: Man kann nicht das bringen, was man gerne bringen möchte.

00:05:54: Das ist das Gefühl mal zwischen irgendwas abbrechen zu wollen?

00:05:57: Im

00:05:57: Studium ständig.

00:05:58: Ganz ehrlich fand ich das vorsprachbar.

00:06:00: Ich fand dieses Studium die Hölle.

00:06:02: Also ganz ehrlich wie kann man sich hinsetzen in der Pharmakologie und jede Woche eine Klausur über Medikamente und die Beipackzettel schreiben?

00:06:10: also das war für mich die Höllen Ganz schlimm.

00:06:14: Ich habe mich hingesetzt und gesagt, ich habe das nicht in den Kopf gekriegt.

00:06:21: Also dann dachte ich mir nach dem Studium wird es besser?

00:06:24: nach dem Studium, dann kannst du wenigstens mit den Menschen arbeiten.

00:06:27: Dann ist es nicht nur noch die Theorie sondern das was du jetzt alles gelernt hast wendest du an ja und dann wurde man Assistenzarzt und hat gemerkt eigentlich so neunzig Prozent von dem was man in der Uni gelernt hat kann man gerade nochmal vergessen weil es geht nur darum einfach die Schritte zu befolgen die einem gesagt werden wenn jemand im Schlaganfall kommt jetzt in meinem Fall dann hast Du einen genauen Ablaufplan was zu tun ist damit der Mensch am Ende bestenfalls ohne Lähmung wieder das Krankenhaus verlässt.

00:06:55: Also diese selber denken, dass wurde uns Assistenzärzten am Anfang wirklich abgenommen.

00:06:59: die ersten... wird schon sagen die ersten zwei drei Jahre?

00:07:04: Ich gehe nochmal einen Schritt zurück.

00:07:05: ja.

00:07:05: Ja gerne.

00:07:06: Du hast gesagt du warst irgendwie Freigeist als Kind Jugendlicher.

00:07:09: aber so richtig gemerkt hast du es nicht ... ist es dann, dass du sagen würdest das jetzt retrospektive so gewesen.

00:07:15: Dass du sagst na da hab ich aber schon Elemente gehabt... ...aber währenddessen hast du gesagt Kinder Jugend war das einfach so ein Modus Ich fahre jetzt in den Schienen und die fahr' ich halt weil des Das ist halt so...

00:07:27: Ja, es wurde ja im Keim erstickt.

00:07:28: Da kamen dann auch immer so Sätze wie Spinnig rum deine verrückten Ideen die du hast oder das wollen viele warum ausgerechnet du?

00:07:36: Warum solls ausgerechnet du diese Leisten nicht so gut sein um damit später mal Geld zu verdienen?

00:07:41: studier was Anständiges Diese ganzen Sätze, diese prasseln auf einen rein.

00:07:45: Immer und immer wieder

00:07:46: Und da

00:07:47: zweifelt man Ich wollte immer irgendwas mit Sportbewegung und Natur machen.

00:07:51: Irgendwie wollte ich das kombinieren

00:07:53: Okay.

00:07:54: Aber

00:07:54: den Gedanken habe ich dann irgendwann natürlich auf Seite gelegt, weil Sport studieren, das bringt kein Geld und Künstlerricht hätte es sein sowieso nicht?

00:08:03: Macht man nicht!

00:08:03: Macht

00:08:04: man nichts genau.

00:08:05: Macht

00:08:05: man

00:08:05: nix.

00:08:05: Vielleicht sieht man woanders doppelt und dreifach ne?

00:08:07: Ja

00:08:08: aber immer das Gefühl gehabt nicht rein zu passen.

00:08:10: Das heißt du hast schon so Punkte gehabt wo du gesagt hast eigentlich möchtest du freigeistlich unterwegs sein.

00:08:15: Du möchtst irgendwie ein bisschen kreativ sein auch vielleicht ein bisschen Risiko gehen oder sowas.

00:08:18: aber dann in stückweit immer wieder in die Spur zurückgefahren und woher ja Mit sechzehn, fünfzehnt, vierzehn oder lass ein, zwanzig, zweizwünsig an.

00:08:26: Das hat meine ersten Folge mit Andrea auch schon zu sagen, boah ich stehe jetzt auf den Füßen und sage, das mache ich aber trotzdem, auch wenn alle drum mich herum sagen mal schön in der Spur bleiben.

00:08:36: Das fällt dann schon auch schwer, ne?

00:08:37: Ja

00:08:38: diese selbstbestimmte.

00:08:40: Das ist einfach weggefallen.

00:08:42: Und dann Assistenzarztzeit, also ich erinnere mich auch noch dran.

00:08:45: Ich habe studiert und da bin ich ja die Ersten Dienste gemacht oder nicht Dienst?

00:08:49: ich bin da gestanden hab gedacht okay Mit dem, was ich studiert habe hat das jetzt eigentlich nicht so viel zu tun.

00:08:58: Wie ging es dir deine Assistenzarztzeit?

00:09:01: Die war nicht schön.

00:09:03: Sag es gerade der Anfang.

00:09:04: Irgendwann war man drin im Flow.

00:09:06: Da wusste immer die Abläufe und dann hat es funktioniert und man hat einfach das Plan nach Dienst gemacht oder Dienst nach Plan gemacht viel mehr so rum.

00:09:14: aber die Anfänge... Meine ersten Zeiten, das kam alles zusammen.

00:09:18: Man sagt immer man hat so ein gewisses Dienstkamer.

00:09:20: Manche haben ruhiges Dienstkammer.

00:09:22: bei mir war das eher so ein bisschen aufregender dieses Dienstkammer und wir waren damals in einem relativ kleinen Haus ländlich gelegen die einzige neurologie weit und breit.

00:09:32: dann hattest du als Assistentin deinem dienst am Wochenende oder in der Nacht da die neurologischen station die stroke unit also die Überwachungsstation.

00:09:41: Du hattes die Notaufnahme und sämtlichen neurologischen Notfälle, die im Haus irgendwie waren.

00:09:46: Alleine!

00:09:46: Und du standest da.

00:09:48: So zwei Arme, zwei Beine... ...und dann musst du gucken wie du irgendwie klar kommst.

00:09:52: Das hat extrem mich unter Druck gesetzt.

00:09:54: Erstens mal die Versagenängste.

00:09:57: was passiert wenn ich jetzt einen Fehler mache?

00:09:58: Was passiert mit den Menschen?

00:09:59: Die sind berechtigt auch, also es ist nicht so dass man sagt höh ich weiß das alles und ich rocke den Laden.

00:10:05: Man kommt ja immer wieder in Situationen wo man sagt puh Könnten wir mal vielleicht jemand erklären?

00:10:11: Genau.

00:10:11: Dann

00:10:12: rufen wir den Oberarzt an, dann wird man je nachdem wie viel Uhr es ist noch rund gemacht... Wir haben damals auch keinen Radiologen bei uns im Haus, das hieß die ganzen CTs mussten ja selber befunden.

00:10:21: Da sitzt du da nach vier Wochen In deinem ersten Dienst, in der Nacht guckt ihr dieses CT an und interpretiert alles rein.

00:10:27: Ja du siehst ja dann im Moment alles weil du Angst hast wenn du dem Menschen jetzt das Medikament gibst dass dir einblutet.

00:10:32: also rufst den Oberarzt an von der Radiologie wirst rund gemacht.

00:10:35: wohin wir denn kämen das nachts einen Oberarz von der radiologie angerufen wird das haben wir noch nie gehabt.

00:10:40: die konnten zuhause damals auch die Bilder nur nicht angucken.

00:10:44: Und ja dann hat man so seine Ängste durchgestanden im dienst Woche für Woche Wochenende für Wochenende Die Schichten natürlich zehn, fünf, zehn am Stück.

00:10:52: Weil er war ja immer unterbesetzt.

00:10:55: Und dann kriegt man manchmal noch den Kommentar von dem Patienten-Mensch, der hat da keine Ahnung.

00:10:59: Ja genau.

00:11:01: Ich hätt's gerne auch anders.

00:11:03: Was sagt man natürlich nicht in den Moment?

00:11:07: Ja, ich kann mich dran erinnern.

00:11:09: Dass man immer dreimal überlegt hat ... Ruf ich jetzt einen Oberarzt?

00:11:11: Kann ich das selber entscheiden?

00:11:12: eigentlich nicht so richtig?

00:11:15: Aber bei den Anpfiff darf ich auch nicht richtig Lust drauf.

00:11:17: Wobei es natürlich auch Oberärzte gab und wo man wusste, okay da kann man anrufen.

00:11:21: Okay wie ging's dir in der Zeit?

00:11:24: also du hast gesagt im Studium hast du Zweifel gehabt.

00:11:27: Mach ich ja eigentlich das Richtige.

00:11:29: Gabst du es in der Assistenzzeit dann auf?

00:11:31: Du sagst hast boah Leute!

00:11:32: Lange super lange Zeit die ersten drei vier Jahre bestimmt gesucht.

00:11:37: Ich habe immer, ich war Fitnesstrainerin und hab nebenbei noch eine Ausbildung gemacht zum Personaltrainer Fitness B-Lizenz Ernährungsberater also alles was mich eigentlich nur Sportbewegungen Ernährung alles was mir so interessiert hat habe ich mir rangezogen und versuch damit irgendwie ein kleines Standbein aufzubauen Was natürlich schwierig ist, wenn man sechstier Stunden in der Woche in der Klinik ist.

00:11:56: Ich wollte

00:11:56: grad fragen ne?

00:11:57: Genau

00:11:57: es ist halt sehr schwierig aber mein Interesse ging immer mehr da rein.

00:12:00: während andere sich total in die Fachlektüre vertieft haben und Zeitschriften gewälzt haben und auf Fortbildung waren habe ich mich anderweitig weitergebildet.

00:12:09: Ich hab immer schon geguckt okay was kann ich dann mit Ernährung machen?

00:12:12: Wie fließt denn der Sport damit rein?

00:12:14: Wie kann sich der Patient da

00:12:15: mithelfen?".

00:12:15: Ich hab immer so ein bisschen jenseits der Leitlinien geguckt und habe wirklich drei, vier Jahre das Bedürfnis gehabt aus diesem Arztberuf wieder aufzusteigen.

00:12:25: Wusste aber nicht wie!

00:12:26: Keine Ahnung, wie ich es machen soll... Und den letzten Kick oder letzten Tritt hab' ich damals gekriegt in der Psychiatriezeit.

00:12:34: Als Neurologe muss man ja auch einen Jahr an die Psychiatie Und jedes Mal, wenn ich in dieses Haus reingegangen bin, so nach ein, zwei Stunden habe ich gemerkt wie mein Akkulär war.

00:12:42: Es hat mir so viel Energie geraubt, in diese akut Psychiatrie zu gehen und die Dienste dort waren ja auch nicht ohne.

00:12:50: Wenn die Menschen unter Drogen-Einfluß bis in die Haarspitzen auf Station randaliert haben, stand es nachts mit zwei kleinen Schwestern, die halb so groß waren wie du auf der Station und es hieß dann ja fixieren... Da überlegt man sich halt auch so was mache ich hier eigentlich gerade?

00:13:04: Das ist ja gefährlich.

00:13:05: Es ist teilweise gefährlich für Leib und Leben, für einen selbst.

00:13:08: oder du kommst in den Dienst und es ist jemand am Durchdrehen und suizidiert sie selbst, schneit sich alle Pulsadern auf und das macht was mit einem!

00:13:17: Ich erinnere mich noch, ich habe nur Formulatur gemacht.

00:13:20: Also wir haben ja keine verantwortlichen Mitglaub.

00:13:22: Ich bin abends immer um acht eingeschlafen und dachte, ich hab da eigentlich gar nichts gemacht.

00:13:25: Aber diese, wie soll man sagen so realen Eindrücke, diese wirklich über das normale oder das reale ausgehende Erlebnis zu verarbeiten ist schon enorm anstrengend.

00:13:36: also war es damals ohne Verantwortung.

00:13:40: Und mit Verantwortung ist dann auch mal ein anderer Schlag.

00:13:45: die Herausforderung der Last dauerhaft eigentlich über dem war, was du eigentlich so konntest oder wolltest.

00:13:53: Also ich spüre sie raus... also ich erinnere mich auch noch an die Dienste.

00:13:57: das ist natürlich des Wachstuben und der Lerneffekt ist natürlich sehr hoch weil man denkt man will endlich wieder die Nase über Wasser kriegen.

00:14:06: aber auf der anderen Seite ist es ja Ich versuche irgendwie die Nase der Mund über Wasser zu kriegen, um es zu überleben.

00:14:13: Ist das so gewesen?

00:14:14: Also spür ich das richtig raus?

00:14:16: Kannst du vielleicht noch mal ein bisschen was dazu sagen wie sich sowas anfühlt?

00:14:22: Ja, ich versuchte jetzt einen Vergleich zu finden dass man sich das vorstellen kann aber ich weiß nicht ob man das irgendwie mit irgendwas vergleichen kann.

00:14:28: Es ist... Man wird einfach reingeworfen in einen oder das heißt wenn wir's reingeworfen man geht ja den Weg freiwillig initiativ Aber man is in einem Job gefangen.

00:14:41: Und ich empfand es als Gefangen sein in diesem Job, weil ich hab's ja studiert und da muss ichs auch fertig machen.

00:14:45: Das war immer noch dieser Gedanke in meinem Kopf damals... ...und diese unsägliche Angst!

00:14:52: nicht nur vor dem Versagen, sondern den Folgen des Versagens.

00:14:55: Und ich weiß nicht wie es dir ging.

00:14:56: also da gab's schon so ein paar brenzliche Fälle wo ich dann hinterher dachte so boah war das ist meine Schuld oder nicht?

00:15:02: Oder war das die logische Konsequenz des Krankheitsverlaufs des Patienten?

00:15:05: Also mein Hinterfrag sich auch ganz oft und Es waren wirkliche Ängste die ich hatte.

00:15:10: Ich bin teilweise hat dich Panikattacken bekommen, wirklich Herzrasen Wenn ich auf die Dienste musste.

00:15:15: heute noch wenn ein Telefon klingelt dem Klingelton, wie damals das Dienstverletfung krieg ich feuchte Hände.

00:15:21: So tief sitzt es einfach drin und dass man zu verdeutlichen was das mit mir persönlich gemacht hat gibt natürlich Kollegen die streifen das ab den macht gar nichts aus.

00:15:29: die wachsen da mehr vielleicht persönlich rein in diesen Job als ich.

00:15:33: aber dadurch dass sie's ja irgendwie nie richtig machen wollte weil ich eigentlich etwas ganz anderes tun wollte hat das bei mir solche Ängste ausgelöst.

00:15:43: zum Teil Das hat mich nicht zum schlechteren Arzt gemacht, ein Gegenteil.

00:15:46: Also ich habe vielleicht auch mehr hingeschaut, mehr zugehört versucht mehr zwischen den Zeilen zu lesen gerade in der Psychiatrie wo man dann gucken muss okay wie gefährlich ist es gerade?

00:15:56: aber auf der anderen Seite hat mich das Zeit gekostet weil ich immer länger gebraucht hab als meine Kollegen.

00:16:01: und diese Unsicherheit die war permanent da, permanent bis dann irgendwann klar man kommt in Stadium vom Assistenz sein im Kurs vor der Facharztprüfung und man sagt ok man hat alle schon mal gesehen Ja, und dann weiß man einfach okay wenn der Krampf da kann sich Schwester hinschicken.

00:16:18: Wenn eine Blutung es muss zuerst sind das musst du alles managen.

00:16:20: Okay einer auf stationen der kriegt gerade keine luft dann rennst mal kurz dort noch hin.

00:16:24: Das war dann.

00:16:25: irgendwann war da so ein flow drin gewesen Und das ging dann auch.

00:16:27: aber es gab auch situationen trotz allem Dann wo du hinterher gedacht hast so wow dass dabei ist echt das war jetzt heftig das hätte ich jetzt nicht auch noch gebraucht in dem dienst.

00:16:39: Es gibt also Menschen, die stehen voll auf diesem Kick.

00:16:45: Ich habe einen Rettungsdienst gemacht als ich damals gab es noch in den Zivildiensten und manche haben sich gefreut wenn das Ding nuske ich hab das Gehasst da dann sitzt du da ganz ruhig und weißt nie wann geht die Glocke los?

00:16:59: Also in der Klinik fand ich's dann anstrengend aber da hat er quasi dauerhaft die Glocken gelaut.

00:17:05: Was ist jetzt das Schlimmste?

00:17:06: Man muss es als Erstes machen.

00:17:08: Aber ich kann das schon nachvollziehen, wenn ich in eine Klinik komme... Ist so ein Mix aus... Ich kann den Geruch nicht riechen weil's mir Stress macht und auf der anderen Seite aber auch so was Vertrautes... Und es hat einem... Also mir zumindest hat es ja auch ein bisschen was gegeben.

00:17:29: Das wäre meine Frage gewesen.

00:17:30: ... die ich allein dieser Anspruch drin gehalten zu sagen, also diese externe Anspruch.

00:17:37: Man bricht nicht ab und man sollte was Anständiges machen.

00:17:40: oder hatte jetzt der Beruf auch irgendwie wie soll man sagen... ...diese Anerkennung gegeben oder dieses hey!

00:17:47: Ich bin jetzt Ärztin oder so etwas weil das viele ja als ich sei zwar tollen guten richtigen Beruf sehen?

00:17:56: Beides, beides.

00:17:57: Also es war schon... Ich finde manchmal so ein bisschen destruktiv auch weil's mir eigentlich nicht gut ging und auf der anderen Seite war aber dieses ja in der Notaufnahme wenn dann die Action da war also nachdem ich dann diese schwere Zeit erst mal überbrückt habe und eine Tagdienste in der notaufnahme gemacht hab Da waren immer Menschen da, da waren auch Internisten da waren Chirurgen und man konnte einfach im Team zusammenarbeiten.

00:18:21: Das war dann noch mal ein ganz anderer Stress.

00:18:23: Es war einfach nur, okay die Schlagzeile erhöhen und schnell die Patienten durchkriegen.

00:18:26: Das war anders als nachts sondern am Wochenende Und natürlich war da das Gefühl so, hey krass ich habe es geschafft!

00:18:32: Ich bin Ärztin und das ist jetzt richtig gut gelaufen alles.

00:18:39: Man möchte es nicht aufgeben obwohl man merkt dass es einem nicht gut tut.

00:18:43: Weißt du wie ich meine?

00:18:46: Also ich konnte diesen Beruf auch lange Zeit... Ich hab ihn noch nicht losgelassen in dem Sinn ... konnt lange Zeit einfach mir auch nicht vorstellen, in der Praxis zu arbeiten.

00:18:55: Mir hat so dieses, ne?

00:18:57: Man muss dann ja doch irgendwie Action haben.

00:18:59: Können wir auf dieses Gefühl noch mal ein bisschen eingehen?

00:19:01: Kannst du das vielleicht ein bisschen dezidierter formulieren?

00:19:03: Weil ich glaube... Wir haben immer wieder Situationen in unserem Leben, wo wir das Gefühl haben eigentlich... will ich raus und eigentlich tut es mir nicht gut, aber irgendwie tut's mir doch gut.

00:19:17: Und irgendwie fühlt sich ja auch richtig an.

00:19:19: also kannst du noch mal ein bisschen mitnehmen?

00:19:22: Also du sagst da das war eine Diskrepanz vielleicht kannst du das auch irgendwo verorten wo du das gefühlt hast oder wie sich das angefühlt hat weil Wir wissen ja in diesen Situationen.

00:19:32: Jetzt retrospektive sagst du, klar das hat sich da so angefühlt und das war so zu interpretieren.

00:19:37: aber wenn man in den Situationen drin ist und es noch nicht erlebt hat dann weiß man ja häufig gar nicht was dass da ist.

00:19:43: man hat ja noch häufig nur so ein komisches Gefühl oder spielt so ein bisschen Ping-Pong im Kopf.

00:19:50: wie war das bei dir?

00:19:52: Das ist eine schwere Frage.

00:19:56: ich glaube das war diese Sicherheit die man hatte.

00:20:00: Erstmal die Sicherheit, ich habe diesen Beruf gelernt und ich kann mittlerweile das was ich können soll.

00:20:08: Und dieses Nicht-Wissen... Was mache ich denn danach?

00:20:12: Also wenn ich das nicht mehr bin oder wer bin ich?

00:20:14: Wenn ich ein Kittel jetzt mal ablege!

00:20:17: Wer bin ich dann

00:20:17: eigentlich?!

00:20:19: Und sich damit auseinanderzusetzen... Ich glaube das hat mich immer so gepremst, mich immer weiter machen lassen.

00:20:26: Diesen Kittel als Schutz ... Mantel so ein bisschen umzuhaben als Ärztin, ... ... andere Sachen nicht an sich ran lassen zu können.

00:20:33: Oder nicht rauslassen zu können, je nachdem von welcher Seite aus man das sieht... ... und deshalb einfach diesen Weg weiterzugehen.

00:20:40: Das gewohnte Beizubehalten!

00:20:43: Also lieber was gewohntes, was nicht so cool ist,... ...als etwas Ungewohntem wo ich nicht weiß was es ist?

00:20:47: Was

00:20:47: Neues und mir Angst macht genau.

00:20:49: Ja okay.

00:20:50: Ich glaube das trabt viele an In solchen Situationen zu bleiben.

00:20:54: Ja, das

00:20:55: glaube ich auch und ich habe nicht mehr den Sprung gewagt in die Praxis.

00:20:58: Ich hätte können sagen, na ja gehst aus dem Krankenhaus raus... ...aus diesen ganzen Notfallakutsachen und gehst in die praxis rein!

00:21:05: Warum denn?

00:21:06: Das war unvorstellbar für mich, ging nicht.

00:21:08: Das ging erst als ich während meines Burnouts von einer Arzthäferin angesprochen wurde,... ...die gesagt hat ihr willst nicht einen Quereinstieg allgemein Medizin machen.

00:21:17: Ach bis dahin hast du in der Klinik gearbeitet?

00:21:18: Bis

00:21:18: dahin hab' ich bis zwanzig-zwanzig in der kliniker arbeitet.

00:21:22: Wann hast du angefangen zu arbeiten?

00:21:25: Als Assistenzarzt oder Zfacharzt.

00:21:29: Das sind elf Jahre.

00:21:33: Mit vielen Wechseln, ich habe gedacht okay wenn Du dann die Klinik wechselst in einem anderen Fach vielleicht mal rein schnupperst dann wird es vielleicht besser.

00:21:39: also ich bin von der Neurologie in die Reaklinik.

00:21:44: Reha-Klinik war dann echt langweilig, dachte ich mir das geht gar nicht.

00:21:47: Zu wenig?

00:21:48: Zu wenig!

00:21:49: Was machst du da?

00:21:49: nur Rehabrife schreiben von vierzig Seiten?

00:21:51: Geht auch nicht.

00:21:52: also bin ich dann zu meinem alten Chef wieder zurück hab dann dort meine Zeit fertig gemacht musste dann ja in die Psychiatrie Psychiatie ganz schnell gemerkt Also wie meine Kollegen Doppelfahrer als werde ich nicht machen Da bin ich schnell raus.

00:22:03: Dann kamen noch zwei Kinder zwischendurch.

00:22:05: Dann sind wir umgezogen vom Saarland nach Niedersachsen.

00:22:09: In Niedtersachsen dann auch wieder in eine Neurologie, aber mit geriatrischem Schwerpunkt und Schlafmedizin.

00:22:14: Das war dann ein bisschen ruhiger, war ein bisschen angenehmer, aber dort ... Ja ich würde sagen, da hat es mich weggegrätscht!

00:22:20: Ich glaube das war so... Da konnte ich nicht mehr kompensieren irgendwann.

00:22:23: Mit zwei kleinen Kindern.

00:22:24: Wir hatten die Corona-Zeit.

00:22:28: Ich war noch nicht Facharzt, aber ich habe für die Fachartsprüfung gelernt.

00:22:31: Oder aber quasi schon wie so ja Facharzstatus behandelt und musste auch Hintergrunddienste machen weil wir nur zwei Neurologen waren also dann noch fünfzehn Tage im Monat für die Klinik zur Verfügung stehen.

00:22:43: Vierundzwanzig sieben hat es keine Neurologen im Vordergrund sondern nur Internisten und wusste es nie.

00:22:47: wenn die anrufen okay was haben die jetzt gesehen?

00:22:49: Haben die das richtig untersucht?

00:22:52: Ja das war furchtbar!

00:22:53: Ja, das war nicht schön.

00:22:55: Mein Mann hat damals auch gesagt, es ist toll, dass du Hintergrund machst zu Hause bist und es wäre nur schön, wenn dein Kopf bei uns ist.

00:23:01: Und irgendwann kam halt ... Also

00:23:03: ich fass jetzt mal zusammen.

00:23:05: Du hast Medizin studiert?

00:23:06: Dann hast du eine Assistenz-Aerzei gemacht, wo wir herausgestellt haben, dass es dauerhaft Stress war.

00:23:10: Weil man empfinden mehr oder weniger alle Assistenzerzen.

00:23:15: Manche sind entspannt.

00:23:17: Ich war da auch nicht so entspannt!

00:23:19: Das heißt, man hat einen Dauer ... ... hohes Stressniveau.

00:23:22: Nebenher hast du noch ein Fitness gemacht, dann hast du auch eine Ernährungsmedizin gemacht und da hast du gewechselt in Psychiatrie und dann hast Du noch ein paar Sachen ausprobiert.

00:23:29: Dann hast Du zwei Kinder gekriegt und dann haben Sie auch noch fünfzehn Dienste im Monat nebenher gemacht, Hintergrunddienste.

00:23:36: Da fängt eine Durazell ein, ne?

00:23:37: Kennst Du die Werbung so... Das geht immer weiter, weiter, aber

00:23:41: dann war es so leer irgendwann die Durazellen.

00:23:43: Es ist aber schon harter Antrieb auch, dass Du sagst, das Du so einen Niveau was dich eigentlich überfordert Über jetzt haben wir elf Jahre durchziehst, ne?

00:23:55: Ja.

00:23:57: Und dann war...

00:23:58: Der Akkulär.

00:23:59: Da war der Akkuleur

00:24:00: richtig leer.

00:24:01: Das war so ein ganz normaler Abend in der Küche.

00:24:03: Er hat zwei Kinder, zwei kleine Kinder rennen rum und Mama, Hunger, Pipi, Durst alles gleichzeitig eigentlich nichts Ungewöhnliches.

00:24:09: Ich hab's abends erst mal vorbereitet und ich habe auf einmal so eine Wut gehabt.

00:24:14: Es war so wütend innerlich und ich hab meine Kinder angeschrien.

00:24:17: Ich schrei normalerweise meine Kinder nicht an und hab das auch vorher nie gemacht.

00:24:20: Aber in dem Moment, die haben mich auch ganz erschrocken angeguckt, sind direkt so ein Papa gelaufen angefangen zu weinen.

00:24:25: Und ich saß auf einem Küchenboden, ich war zerstört.

00:24:27: Ich habe eine Stunde ununterbrochen geweint.

00:24:29: Ich konnte nicht mehr aufhören.

00:24:31: Es ging nicht mehr ... Dann hat mein Mann gesagt, jetzt ist es fertig oder?

00:24:35: Ich habe den nur angeschaut, bin ins Bett, schlafen gegangen und am nächsten Morgen hab ich mich angezogen worden auf die Arbeit fahren.

00:24:40: Du wirst es nicht glauben.

00:24:41: Ich hab mich angezogen, hab im Auto gesessen und wollte auf die Arbeit fahren.

00:24:44: Und saß dann in diesem Auto drin eine halbe Stunde und konnte gar nichts machen.

00:24:48: Ich konnte nicht losfahren.

00:24:49: Es ging überhaupt nix.

00:24:50: Also wirklich so der Kopf ... Nicht mehr das die Gedanken hat.

00:24:55: Das war einfach nur Totenstille immer im Kopf.

00:24:58: Man kann einen Mann vorbei also die Kinder in den Kindergarten bringen wollen.

00:25:00: Da hat gemeint ich glaub wir fahren heute mal zum Hausarzt.

00:25:03: Und ja dort sind wir auch dann im Laufe des Morgens gelandet.

00:25:06: Ich liebe der Mann jetzt schon.

00:25:08: Ja, ich glaube jetzt ist es fertig!

00:25:11: Das ist ein Typ schon meiner Sprache.

00:25:13: Er hat's halt beobachtet und versucht das zu unterstützen weil er selber war Hausmann.

00:25:18: wir haben uns die Rollen so ausgesucht weil zur damaligen Zeit mit Ortswechsel als Mann Teilzeit was zu finden war schwierig und ich wollte nicht Teilzeit gehen weil ich ja schnellstmöglich meine Zeit fertig kriegen wollte um die Facharztprüfung machen zu können.

00:25:32: Hast du vorher was gemerkt?

00:25:33: Also, du hast jetzt gesagt da an dem Tag dann zusammengebrochen aufm Boden Stuhl und Angehäut.

00:25:38: Da musst du einfach alles raus.

00:25:40: Hast du vorhin irgendwas gemerkt, wo du nach hinten sagen würdest ja hast ignoriert oder weggedrückt oder warst wirklich so im Modus dass du es nahezu auch nicht gemerkt hast.

00:25:50: Doris habe das immer wieder gemerkt.

00:25:52: Immer wieder Gespräche hatten wir zu Hause, dass ich nicht mehr kann, dass eigentlich nicht mehr will ... war auch nur Mobbing-Situation auf der Arbeit, weil ich dachte ja damals schon ganzheitlich... ... den Menschen schon ganzhaltig gesehen und eben nicht nur die Symptome.

00:26:05: Und es gab so eine Kollegin, die das belächelt hat, sage ich mal meine Ansätze oder meine Herangehensweise mit dem Patienten,... ...und mich das deutlich hat spüren lassen.

00:26:18: Das hat natürlich dann... Ich glaube, das war so der letzte Tropfen, der das fast zum Überlaufen gebracht hat damals.

00:26:23: Und immer wieder der Gedanke weg, weg, aber was soll ich tun?

00:26:27: Man war so gefangen und musste Geld verdienen.

00:26:30: Damals sowieso.

00:26:31: Mein Mann hatte keinen Job oder keinen Job befunden.

00:26:34: Es gab auch nicht viele Möglichkeiten zu der damaligen Zeit irgendetwas anderes für mich zu machen.

00:26:38: Hausmuster bezahlt werden, Brötchen mussten auf den Tisch also muss ich ja weitermachen.

00:26:46: Aber wollte raus!

00:26:47: Also ich war wirklich gefangen.

00:26:49: Mein Körper hat sich irgendwann diesen Weg gesucht mit ständig Kopfschmerzen, Nackenschmerzen und Müdigkeit, Erschöpfung.

00:26:56: Am Wochenende keine Kraft gab mir den Kindern was zu tun oder einfach nur auf der Couch liegen.

00:27:01: Aber trotz dem Montags wieder Aufgestanden angezogen... und wieder zur Arbeit gefallen.

00:27:05: Spannend, also wir spüren schon so eine Diskrepanz zwischen auf der einen Seite.

00:27:09: ich will das nicht, ich kann es nicht auf die anderen Seite ein enormen Antrieb durchzuhalten selbst nach dem Abend wo du dann auch im Boden lagst und eigentlich offensichtlich war ich glaube hier stimmt jetzt was nicht am nächsten Morgen routiniert ins Auto zu steigen muss jetzt weitergehen.

00:27:26: also das ist ja schon.

00:27:28: wie soll man sagen da wirken ja zwei sehr starke Kräfte aufeinander.

00:27:32: eine sagt poh es geht nicht sagt ja, aber es muss.

00:27:36: Genau.

00:27:37: So und jetzt ist die Frage was passiert?

00:27:40: Also das ist ja... Habt ihr auch einige dann bei mir in der Praxis jetzt auch.

00:27:45: Die sagen ja eigentlich kann ich nicht mehr, aber ich muss.

00:27:48: Dann sag ich müssen wir war gar nichts, aber Ich kann das nachvollziehen.

00:27:54: Wir haben ja alle mal solche Phasen mehr oder weniger stark.

00:27:59: Die spannende Frage ist, du sagst ja Identität und das war eine Sicherheit.

00:28:03: Und Geld einkommen?

00:28:05: Da sind zwei Kinder

00:28:06: usw.,

00:28:07: wenn man die Basis bildet.

00:28:09: Dann hat man sechs Jahre studiert, fünf Jahre Facharzt gemacht.

00:28:12: Das ist auch eine Riesenlaufbahn, die man dahin legt.

00:28:17: Wie bist du damit umgegangen?

00:28:19: wie ist es weiter gegangen nach diesem Abend.

00:28:22: Also am Morgen hat der Mann dann gesagt, ich glaube wir gehen jetzt mal zum Hausarzt.

00:28:25: Genau.

00:28:26: Wie ist es weitergegangen?

00:28:27: Aber also vor allem auch was ist denn mit dir passiert?

00:28:30: Ja, also ich habe im Rahmen meiner Ausbildung eine ganz tolle Frau kennengelernt gehabt in der Palliativausbildung.

00:28:38: Ja, ich hab ein Palliativmediziner auch noch dazu gemacht.

00:28:42: Aber der muss sich sagen das war das Beste was ich machen konnte wirklich.

00:28:45: Das hört sich jetzt komisch an aber das hat in mir glaube ich auch einiges bewegt.

00:28:49: Das hat mich glaube ich zu dem Punkt gebracht abends in der Küche weil ich habe ja viele Menschen auf der Geriatrie begleitet ihren letzten Weg begleitete und zu der Zeit durften nicht viele Besuche empfangen.

00:29:02: Natürlich hast du dann am Bett gesessen teilweise oder die Schwestern, wer auch gerade in meinem Zimmer war und ich ein paar Minuten Zeit genommen mit dem Patienten dann noch geredet.

00:29:09: Und viele, die nicht loslassen konnten waren diejenige gewesen, die was bereut haben.

00:29:15: Die bereuthaben Dinge nicht getan zu haben, die sich nicht ausgesprochen haben, sie irgendwas noch in sich drin sitzen hatten und deshalb nicht das Leben loslassen

00:29:23: konnte.".

00:29:24: Und dann, das ist mir immer nachgegangen.

00:29:26: Immer wieder habe ich gedacht so hey wenn ich das jetzt mache und mich eigentlich gar nicht wohlfühle und nicht glücklich bin eigentlich viel lieber was anderes machen möchte Was möchte ich denn am Ende auf meinem Sterbebett sagen?

00:29:37: Was will ich erzählen wie die schlustige Geschichten erzählen oder würde ich Dinge erzählen Die mir Freude bereitet haben.

00:29:42: oder will ich einfach erzählen Ich hab im Leben gehabt, hab mich durch geackert Ja wir hatten ein Haus und es ging uns finanziell eigentlich gut Aber im Endeffekt war ich gar nicht glücklich habe ich mich selber nicht mehr gefühlt.

00:29:53: Was möchte ich erzählen?

00:29:55: Dieser Gedanke denke ich, der ist immer gereift bis zu diesem Punkt.

00:29:59: und in dieser Ausbildung, der Palliativ-Ausbildung gab es eine Frau die war für Kommunikation am Patientenbett verantwortlich und die selber war auch Coach im Bereich Somatic Experience.

00:30:10: Und hier hab' ich angerufen, ich hab gesagt hey!

00:30:13: Ich hab sie kennengelernt in der Ausbildung.

00:30:14: Ich bin an einem Punkt, ich brauche Unterstützung und hab mit ihr dann tatsächlich drei vier Monate gearbeitet.

00:30:20: Ich glaube, es waren fünf oder sechs Monate nicht zur Arbeit gehen.

00:30:24: Das ist ein Ding der Unmöglichkeit.

00:30:26: Es ging nicht!

00:30:27: Ich konnte nicht arbeiten gehen.

00:30:28: Sobald ich an die Arbeit gedacht habe, habe ich Panikanfälle gekriegt und diesen Prozess zu gehen dann für mich zu sagen okay, ich suche mir jetzt Hilfe sich das erstmal einzugestehen dass man es alleine nicht schafft.

00:30:41: Das war der erste Schritt und dann diese Arbeit auch umzusetzen was ich mit ihr erarbeitet habe.

00:30:47: Das war so der zweite Schritt.

00:30:48: und dann kam eben diese tolle Arzt-Häferin, die gemeint hat ja willst du nicht?

00:30:52: Dann dachte ich so wie es jetzt geht, geht's ja nicht.

00:30:56: also muss ich etwas anderes ausprobieren.

00:30:57: Geld verdienen muss sich.

00:30:58: eine zweite Idee hab' ich nicht.

00:30:59: Ich hab keine andere Ausbildung.

00:31:01: Also Wie kann ich am schnellsten jetzt etwas ändern an einer Situation?

00:31:04: da war der Schritt erstmal in die Hausarztpraxis um die zwei Jahre quer ein Stieg allgemein Medizin zu machen.

00:31:10: Da habe ich mich schon wesentlich wohler gefühlt.

00:31:12: Ich hätte es nie gedacht, aber dieses... Boop, boop, alle meine Medizin ist gut!

00:31:16: Ist wirklich so.

00:31:17: Also diese Beziehung die man zu Patienten und der ganzen Familie aufbaut, diese Hintergrundwissen was man hat, dieses ganzheitliche Denken auch mal verschiedene Facetten durchgehen zu können, hab' ich da irgendwie zu Hause gefühelt?

00:31:32: Ja.

00:31:33: Ich gehe doch nochmal einen kurzen Schritt zurück.

00:31:35: ja.

00:31:35: Mach

00:31:35: das.

00:31:38: Jetzt hast du gesagt, palliativ Medizin ist tatsächlich.

00:31:40: Palliativen Medizin sind ein bisschen andere Medizin.

00:31:43: Also müssen wir vielleicht erklären.

00:31:45: Grundsätzlich geht es in den medizinischen Spaten ja darum Menschenleben zu retten und irgendwie Lebenszeit zu verlängern.

00:31:53: Und in einer palliativen medizin ist eher das Kredo Akzeptanz.

00:31:59: wie können wir die lebensqualität steigern ohne sie zu verlengern?

00:32:06: ist begrenzt.

00:32:07: Das heißt, es ist ja eigentlich ein ganz anderer Ansatz der wahrscheinlich auch deinem Bild so ein Stück weit widersprochen hat.

00:32:13: Jetzt bist du aber elf Jahre lang in diesem System gewesen.

00:32:16: Du warst das gesagt?

00:32:17: Du warste wie eingesperrt!

00:32:23: Was hat dazu geführt dass du irgendwo einen Fenster gesehen hast oder einen Spalt-Tür offen.

00:32:28: also war das so diese Momente wo du dann mit den Patienten gesprochen hast und gemerkt hast Hier ist irgendwie mehr, als dass ich einfach nur mein Leben lang funktioniere.

00:32:38: Hast du irgendwann mal in die Kinderaugen gesehen?

00:32:40: In die Augen... Da krieg ich groß im Hals von deinem Mann, wo du gesagt hast okay jetzt ist ein Punkt so geht es nicht weiter!

00:32:48: ...

00:32:50: in die Augen meiner Kinder.

00:32:52: Ich weiß nicht, gab es solche Momente wo du gesagt, wo sich zum ersten Mal einen Spalt aufgetan hat oder ein Fenster aufgemacht hat?

00:32:58: Wo du gesagt hast okay warte mal also... Weil du warst ja elf Jahre in diesem System und hast gesagt es gibt keinen Ausweg.

00:33:04: Und irgendwann war der Punkt wo du gemerkt hast irgendwo hat sich eine Lücke aufgeteilt und du sagst okay vielleicht doch!

00:33:11: Ja das war wirklich dieser Abend in der Küche war dieses einschlagende Moment.

00:33:21: Weißt du, wenn du etwas tust und die Kinder kriegen Angst vor dir, wie sich das anfühlt?

00:33:25: Wahrscheinlich nicht.

00:33:27: Doch!

00:33:28: Scheiße... Das

00:33:28: ist total scheiße, wenn man es mal so Salop sagen darf.

00:33:31: Und ...die sind weggerannt, die haben sich am Papa festgehalten, die wollten nicht mehr zu mir kommen.

00:33:36: Die wollten in dem Moment nicht zu mir komme.

00:33:39: Und das hat so ... Also da ist ein kleines Stück in mir, den will ich nicht sagen gestorben kann, vielleicht erwacht wieder.

00:33:48: So'n bisschen wo ich denk Okay, du hast diese zwei Kinder in die Welt gesagt.

00:33:53: Sie wolltest sie unbedingt.

00:33:55: Wunschkinder absolut!

00:33:57: Und dann gehst du so mit deinem Leben um und du hast keine Zeit für sie.

00:34:01: Ich habe das zweite Jahr meiner Tochter nicht mitbekommen.

00:34:05: Man hat bei jedem Kind die Elternzeit gemacht.

00:34:07: Das war mir auch ganz wichtig.

00:34:09: aber das zweite Ja meiner zweiten Tochter?

00:34:12: Kaum Erinnerung dran... ... kam Erinnerung dran, weil ich kaum da war.

00:34:16: Und im Moment ist es so wenn ich die Bilder von damals gucke... ...ich sehe die Bilder aber ich kann mich an die Situation nicht erinnern,... ...weil mein Kopf eben in meiner Klinik war.

00:34:26: Das war so ein Punkt wo ich dann gesagt habe das möchte ich nicht.

00:34:31: Ich möchte eigentlich für meine Familie leben oder natürlich auch für mich aber... ...für unser Familiensystem da sein und möchte eine Stütze sein und keine Last!

00:34:43: Ich hab mich als Last gefühlt.

00:34:43: Ich habe damals einmal zu meinem Mann gesagt, weißt du?

00:34:47: Ich hab manchmal so Gedanken und es wäre doch eigentlich einfacher wenn ich nicht da wäre.

00:34:51: So ein Keller war ich.

00:34:53: Ich dachte aber vielleicht einfacher!

00:34:56: keine konkreten suizidalen Absichten, das jetzt nicht.

00:35:00: Aber der Gedanke war dann einfach da, weil alles so schwer war und ich einfach keinen Weg gesehen habe.

00:35:04: Aufweglos!

00:35:05: Genau.

00:35:06: Was ganz viele in diesen Situation beschreiben zu sagen... Ich weiß nicht wie ich rausfinden soll.

00:35:12: Ich hab keine Lösung.

00:35:12: Ich sehe keinen Weg.

00:35:13: Genau.

00:35:15: Okay?

00:35:16: Genau.

00:35:17: Da kam das kleine Erwachen.

00:35:21: Da kann das eher große Erwachsen.

00:35:24: Wahrscheinlich auch so... ... immer mal wieder so kleinere Momente gehabt und gedacht, okay es geht schon.

00:35:28: Aber an dem Punkt hast du gesagt?

00:35:30: Ja!

00:35:32: Näh... Wenn ich jetzt wandern.

00:35:34: Genau Und dann bist du ein Stück weit in die Reflexion gegangen.

00:35:39: also du hast gesagt erst einmal, ich glaube ist wichtig diesen Raum zu öffnen und zu sagen ok hier stimmt was nicht das auch anzuerkennen.

00:35:46: Dann hast du auch Hilfe geholt.

00:35:48: Ich sagte vielleicht brauche ich jemanden der von außen die Dinge betrachtet und ein paar Impulse gibt.

00:35:55: Genau,

00:35:57: so von der Meter Ebene mal drauf schaut.

00:36:00: Ja... Das war gut!

00:36:03: Was ich erst gemacht habe!

00:36:06: Ich glaube auch ein unterschätzter Punkt dieses Wenn man einen Problem hat oder wenn man merkt natürlich kann man sagen okay ich hab keins wie du elf Jahre ... dann ist das Problem auch nicht so existent.

00:36:21: Aber irgendwann, wenn zu viel Energie kommen wir an diesen Punkt und dann zu sagen... ... okay ich habe ein Problem und ich möchte das lösen.

00:36:30: Also dann auch proaktiv zu werden und auch dieses... Ich hol mir Hilfe!

00:36:36: Das ist ja so ein bisschen der Punkt.

00:36:37: Ich finde viele versuchen allein durch Leben zu kommen.

00:36:42: Im Grunde genommen sind wir aber schon eher soziale Wesen, ne?

00:36:47: Der eine ein bisschen mehr.

00:36:48: Der andere ein bisschen weniger und es tut uns gut in Interaktion zu sein auch mal zu sagen ich bin schwach Ich habe aber an der Schulter wo ich mich anlegen kann.

00:36:58: das ist ja Und trotzdem fällt es uns irgendwie schwer.

00:37:01: also ich hab auch das Gefühl gerade in der Medizin Ist dass so Fehler nicht darf nicht und Schwäche darf auch Nicht.

00:37:10: weil was hast du In dieser Arbeit Für dich mitgenommen?

00:37:15: Was waren die AHA Momente?

00:37:19: Also welche Prozesse sind denen die da angesprungen?

00:37:23: Viele, viele.

00:37:25: Erstens mal die ganzen Glaubenssätze, die fest in einem drin stecken und ich gerade eben schon genannt habe.

00:37:30: Die wurden dann auch nochmal bearbeitet und anders geprägt aber so ein bisschen aufgeräumt.

00:37:38: Das hört sich schöner an, wurden aufgeräuscht Und auch dieses Bild, und das war so ein Ah-ha Moment.

00:37:44: Sie hat ja viel mit mir gemacht.

00:37:45: Ich hab alles mitgemacht weil ich dachte, ich bin mal offen für alles.

00:37:47: Manches ging gut, manches war befremdlich am Anfang.

00:37:51: Gerade dieses Zurückfühlen in den Körper, den Körper nochmal spüren... Das war für mich ganz schwierig.

00:37:56: oder dieses Ja du musst es einfach fließen lassen, da dachte ich ja wie lass ich ihn fließen?

00:38:01: Was soll ich fließen lassen?

00:38:02: Ich hab keine Ahnung, wie das geht.

00:38:04: Ja, ich bin kontrollierter Mensch!

00:38:05: Ich habe Struktur... ...ich muss ABCD, ich hab meinen Plan und genau nach dem Plan halte ich mich was soll ich fliessen

00:38:10: lassen?!

00:38:11: Das war für mich damals... ...kann ich mir nicht vorstellen.

00:38:14: Dann hat sie gesagt es gibt so einen Punkt im Leben, man schwingt an der Liliane.

00:38:18: Im Dschungel kann man sich so vorstellen.

00:38:20: Sondern dann möchte man aber weiter,

00:38:21: d.h.,

00:38:22: du musst dir eine Liliane loslassen und bevor du die nächste greifst kommt der Punkt der Schwerelosigkeit, indem du fliegst und du musst einfach darauf vertrauen dass die andere Liliane kommen, wo du sie greifen kannst.

00:38:31: Und das ist so ein Satz, der bei mir immer noch mitschwingt.

00:38:34: Weil ich sage okay du musst einfach mal glaube ich deine Sicherheit loslassen oder die vermeintliche Sicherheit los lassen weil diese Sicherheit, die ich hatte hat mich ja krank gemacht und dann diesen Prozess einfach zu gehen und drauf zu vertrauen man landet schon wieder auf den Füßen.

00:38:50: und das war glaube ich das Schwerste für mich.

00:38:52: diese Sicherheit war für eine Zeit lang loszulassen um zu gucken welche Tür öffnet sich durch welche Tür kann ich hin durchgehen?

00:38:58: Das ist ein schönes Bild.

00:38:59: mit der Liana Tantzel Ja

00:39:00: fand ich auch

00:39:01: loslassen und die nächste wird schon kommen.

00:39:05: Man fällt nicht ins Nichts, aber man hat schon immer Angst davor dass man dann wenn man jetzt loslässt, dass da nichts kommt da unten.

00:39:15: Aber das ist ja einfach nur weil der Verstand es nicht begreifen kann.

00:39:18: Der Verstand kann dir ja nur das widerspiegeln was du kennst deine Erfahrungen, die du schon gemacht hast.

00:39:25: Ja, dann das bedeutet Sicherheit.

00:39:26: Der kann ja nicht kapieren dass da noch was anderes kommt.

00:39:29: Das kann er dir erst vielleicht drei vier Jahre später sagen.

00:39:32: Dass diese Erfahrung die du in der Zeit gemacht hast, dass es das ja auch noch gibt und dass das Sicherheit bedeutet.

00:39:39: Viele Patienten fragen mich wenn sie zu mir kommen wir in den Burnout haben oder sowas Doktor wie lange dauert's denn?

00:39:46: Wie lange dauerns denn?

00:39:48: Von bis!

00:39:49: Also ich würde sagen die akute Phase war bei mir jetzt... fünf bis sechs Monate.

00:39:54: Ich habe aber selber auch in der Praxis Patienten gehabt, was war denn ja gedauert?

00:39:59: Anderthalb mit Rehaaufenthalt.

00:40:01: also das war länger, ich denke es kommt immer so ein bisschen drauf an wie man sich selbst arbeitet und reflektiert und die Kraft hat und das Umfeld auch ist da spielt ihr alles auch mit rein, wie ist das soziale Umfeld wenn du bist so aufgefangen?

00:40:14: Aber nachhängen zu dieses ganz sanfte Nachplätschern von Burnout Das kann langanhalten.

00:40:23: Ich würde sogar sagen, dass es bei mir manchmal auch noch blätschert und durchkommt.

00:40:26: Wann war der Burnout?

00:40:27: — Twenty-Twenty.

00:40:28: — Twenty twenty

00:40:29: vor sechs Jahren ... — Vor sechs Jahren

00:40:30: ja.

00:40:31: Was hat sich verändert?

00:40:32: also du hast gesagt, ähm ... Du bist die Dinge jetzt einfach anders angegangen, ne?

00:40:36: Also du hast Glaubenssätze ... Wie hast du das formuliert?

00:40:40: Neue Geordnete.

00:40:40: — Neue geordnet.

00:40:41: Ähm ... Hast die Lianne losgelassen, neue Lianen angepackt oder ein bisschen neu geschwungen... Das hat sich verändern in deinem Leben!

00:40:54: Also gar nicht jetzt unbedingt heute, sondern in den Prozessen.

00:40:57: Du bist jetzt fünf, sechs Monate, hast du gesagt?

00:41:00: Warst du echt am Tiefpunkt?

00:41:02: Wo es dann langsam wieder hoch ging... Was hat sich verändert durch die Veränderung von Glaubenssätzen?

00:41:08: Durch die... Ja muss man auch einfach sagen, dass das wollen, dass die Dinge anders laufen.

00:41:14: Das ist ja auch immer so ein Punkt.

00:41:16: Ich habe auch eine Folge gehabt vor zwei, drei ... Runden eine Folge über Verantwortung zu sagen.

00:41:21: Ich übernehme Verantwortung für meine jetzige Situation und ich hab, ich allein habe die Handlungsfähigkeit daran etwas zu ändern.

00:41:30: Was ist dann daraus entstanden?

00:41:32: Also was hat sich in deinem Leben verändert?

00:41:35: Ich bin ruhiger geworden.

00:41:37: Das ist schon mal ... Für mich sehr gut dass ich nicht mehr so innerlich unruhig bin.

00:41:45: Du hast mir einer Folge mal gesagt, die fünf Menschen mit denen man sich umgibt Ja, man soll gucken wer das ist.

00:41:52: Ich will nicht sagen dass ich mein Umfeld radikal geändert habe.

00:41:55: Das nicht.

00:41:55: also es gibt so eine Hand voll zwei drei Menschen die mich schon lange begleiten und die auch immer noch da sind die auch in den Zeiten waren.

00:42:03: aber es gab einfach Menschen die ich loslassen durfte weil ich gemerkt hab okay die drängen mich einfach die Person zu sein die ich nicht sein möchte.

00:42:11: ja also da habe ich im umfeld auch ein bisschen aufgeräumt was das ganze viel entspannter macht.

00:42:19: Woran ich immer noch arbeiten darf, ist dass mich manchmal vielleicht auch eine erste Stelle setzen darf.

00:42:25: Dass nicht immer alle anderen zuerst kommen sondern das sich einfach mal sagen darf okay bis dahin und jetzt... ...darf ich mir auch mal was Gutes tun?

00:42:32: Das ist noch so ein Punkt an dem ich arbeite.

00:42:35: Da bin ich auch ganz ehrlich glaube es wird auch am längsten dauern weil man als Mama halt wirklich immer zuerst an die Anderen denkt.

00:42:41: Und auf der anderen Seite sage ich meinen Patienten auch immer hey du kannst nur für andere da sein stark sein wenn es dir selber gut geht.

00:42:47: also da muss man so ein bisschen die Balance finden.

00:42:48: ... und in diesem Floor reinzukommen.

00:42:52: Das war, glaube ich das ... ... das Beste was mir passieren konnte... ... dass sich ruhiger gelassener wurde,... ...dass ich nicht mehr so verbissen die Sachen gesehen habe... ...und dass ich einfach auch mal Sachen auf mich zulassen kann.

00:43:02: Lass zukommen lassen konnte.

00:43:05: Auf deinem Instagram-Account erzählst du auch so ein bisschen das?

00:43:09: Dass sich dein Verhältnis zu deinen Kindern ein Stück weit verändert hat.

00:43:12: Also du warst wenig präsent, du hast gesagt zweites Jahr kannst dich gar nicht dran erinnern.

00:43:17: Was hat sich da verändern?

00:43:19: Kurze Frage zwischen wie alt sind die jetzt?

00:43:20: Die sind jetzt acht und zehn, waren damals zwei in vier ja.

00:43:27: Die Bindung ist enger geworden der Kontakt ist besser geworden.

00:43:34: Also sie kommen jetzt eher zu mir und sprechen mit mir über Sachen, das war vorher gar nicht.

00:43:39: Sie waren sehr in sich gekehrt und haben vieles versucht, mich selbst klarzumachen.

00:43:44: So wie die Mama, ne?

00:43:44: So wie Die Mama, dann

00:43:45: lebt man ja auch schön vor, genau.

00:43:49: Was nützt die beste Erziehung wenn die Kinder machen was die Eltern machen?

00:43:52: Ja, furchtbar!

00:43:58: Es ist harmonischer geworden würde ich sagen.

00:44:04: Also ich spüre so ein bisschen heraus, dass diese Spannung einfach rausgekommen ist.

00:44:07: Dieser Druck.

00:44:08: und würdest du sagen, dadurch das du mehr Zugang zu dir selber gewonnen hast auch der Zugang zum Menschen die wichtig sind größer geworden ist?

00:44:18: Ja ja weil jetzt habe ich auch mehr Kapazität dafür.

00:44:20: Das bin ich ja... Jetzt hab' ich ja die Ressourcen auch nach anderen zu gucken.

00:44:24: Weil ich war vorher ja damit beschäftigt überleben irgendwie mit diesem System Und jetzt habe ich die Möglichkeit dadurch, dass es mir selber gut geht einfach aufzuschauen.

00:44:33: Okay?

00:44:33: Ich spüre das noch mal mehr.

00:44:35: Manche sagen ja wie du spürst, wie's jemand geht doch ich spürt das irgendwie.

00:44:38: Ja ob sie jemandem gut geht vielleicht an der Haltung oder an der Mimik.

00:44:41: Ich kanns nicht genau begreiflich machen woran ich das sehe aber ich kann darauf mehr eingehen.

00:44:46: Ich hab mehr Kapazität für die Patienten nochmal besser zu sehen meine Familie anders zu sehen und auch mal zu hinterfragen.

00:44:52: warum ist die Reaktion des Kindes denn jetzt gerade so.

00:44:55: Ja ich hatte zum Meckern und sagen

00:44:58: Passt mehr als nicht.

00:44:58: Passt mir jetzt nicht, warum machst du das so?

00:45:00: Und ich habe dir schon tausendmal gesagt dass diese ganzen Sätze einfach mal zu hinterfragen okay wie geht es ja denn gerade?

00:45:05: und mal zu Hinterfragen warum war die Reaktion in dem Moment so?

00:45:10: Ich hab einfach mehr Kapazität und mehr Ressourcen.

00:45:13: Das heißt du arbeitest jetzt nicht mehr.

00:45:15: Sechzig Stunden machst irgendwelche Weiterbildung nebenher Sport und keine Ahnung was... Wie hat sich dein berufliches Leben verändert?

00:45:21: also klar du hast die Zeit genommen fünf sechs Monate warst ... dann krank verschrieben, ich das richtig verstanden habe.

00:45:27: Da kommen wir dann, wie soll man sagen?

00:45:29: Kommen wir nach Ressourcen wieder zurück?

00:45:30: und wenn du jetzt wieder in den Beruf hier immer gegangen wärst, ... ... dann hat sich der Spielzimmer wahrscheinlich wiederholt.

00:45:35: Was hat sich bei dir verändert?

00:45:39: Erst kam die Allgemeinmedizin dazu.

00:45:41: Da hatte ich ein bisschen Spielfeld.

00:45:44: also man kann ja die Grenzen so ein bisschen... ausloaten und die Graubereiche nutzen für sich in der Praxis, so wie das einfach geht.

00:45:52: Das hat mir schon Spaß gemacht, die Menschen nicht nur mit Rezepten abzufertigen sondern wenn sie offen dafür waren auch ganzheitlich auf die Thematik einzugehen habe mich auch weiter gebildet bin dann selber noch trotz allem nochmal in Weiterbildung gegangen wo es um das Thema traumasensible Begleitung ging weil wir das in der praxis oft entgegen kamen.

00:46:13: natürlich die Ausbildung der psychosomatischen Grundversorgung.

00:46:17: Das fand ich schon super spannend, aber ich habe gemerkt da geht noch mehr und hab dann das Feld noch so ein kleines bisschen erweitert sowie dass in meinem Rahmen möglich war und arbeite auch sehr gerne körperorientiert mit Menschen gerade wenn sie Panikattacken haben oder halt merken.

00:46:31: irgendwie da ist ohne Lehre.

00:46:33: Konnte das in der Praxis allerdings nur begrenzt machen?

00:46:37: Was hast

00:46:39: du da angestellt?

00:46:43: Und im Jahr ein Kind dazwischen.

00:46:45: Der dritte, der Nachzügling kam dann auf.

00:46:47: das war auch noch mal eine schöne Zeit.

00:46:49: Ein Jahr wo ich mich dann nochmal so auf mich und die Kinder konzentrieren konnte.

00:46:53: Das hat mir auch sehr gut in dem Prozess getan.

00:46:56: Ich empfehle jetzt nicht jeden unbedingten Kind zu bekommen deswegen.

00:46:58: Es war eher Familienplanung.

00:47:00: Das war schon alles gut so wie es war.

00:47:03: Anfang diesen Jahres habe ich dann beschlossen einfach mich selbstständig zu machen.

00:47:07: Dann hat die Liane losgelassen.

00:47:11: Ich bin privatärztlich.

00:47:13: Geschwungen, erst mal privatärtlich aber ich arbeite nur online.

00:47:17: Das ist so ein Familiending dass wir uns irgendwie noch nicht binden können an dem Ort in dem wir gerade sind.

00:47:24: Deshalb habe ich noch keine Praxis eröffnet.

00:47:27: Ja

00:47:28: das ist jetzt aber eine Liane die schon ganze stück weiter drüben ist zu sagen okay ich wechsle jetzt was weil wie soll man sagen Kastenmedizin, wenn man gesetzlich krank versichert ist.

00:47:40: Da kann man braucht mal nicht wahnsinnig gute Medizin machen die Leute kommen trotzdem.

00:47:45: Wenn man privat ärztlich unterwegs ist und vor allem neu anfängt das ist ja dann schon eine Liane die weit weg hängt.

00:47:53: Das schon aber ich habe wirklich ein Problem mit dem Kassensystem.

00:47:56: Ich hab einfach ein Problem damit.

00:47:58: Ich könnte es machen.

00:47:59: klar könnt ihr sagen ja dann machst du dir deine Pflichtstunden im Kassensystem.

00:48:03: alles andere macht so nebenbei Privatärztlich.

00:48:05: Die Option gibt's ja auch.

00:48:09: Aber da kommen nochmal so Ängste, diese Regressängste und diese Sorgen die man dann als Kassenarzt hat.

00:48:15: Ich habe mich damit noch nicht so genau auseinandergesetzt weil es im Moment eh noch keine Option für mich war, mich niederzulassen.

00:48:26: Einfach gesagt, ich muss jetzt erst mal den Weg gehen für den mein Herz komplett schlägt.

00:48:30: Ich möchte den Menschen einfach ganzheitlich behandeln.

00:48:33: Weil ich möchte gucken was ist da auf Zellebene los?

00:48:37: Was ist da vielleicht ein Familiensystem los?

00:48:39: und was ist psychologisch los?

00:48:41: Stecken da irgendwelche Traumata drin an die man gucken muss?

00:48:44: Ich möchte mit Arten Training arbeiten.

00:48:46: Ich mache halt so dieses Gesamtpaket wenn jemand zu mir kommt.

00:48:51: Das fühlt sich im Moment gut und richtig an.

00:48:54: Keine Ahnung, ob das die Endstation sein wird.

00:48:57: Ich weiß es wirklich nicht!

00:48:59: Ich denke wenn wir einen Ort gefunden haben an dem unsere Familie richtig ankommt... ...dass ich mir vorstellen kann mich da dann auch niederzulassen im Moment noch nicht.

00:49:08: Er kommt so ein bisschen der Freigeist von Frieda raus und zu sagen Kassensysteme muss man einfach ehrlich sagen.. ..das sind Gegebenheiten die einen schon stückweit einengen.

00:49:18: also ich habe eine Praxis ja ich weiß was du meinst tue mir mit manchen Dingen auch schwerer und versuche dann, wie soll man sagen meinen eigenen Weg dazu finden um auch nicht sechs bis acht Patienten pro Stunde zu behandeln weil es ist mir auch zu wieder.

00:49:34: Aber da kommt so ein bisschen dieser Freigasse raus und sagt, jetzt muss ich erst mal einen Weilchen vielleicht alleine atmen bis ich wieder das Gefühl habe, mein Leben ist selbstbestimmt.

00:49:42: Und dann kann man vielleicht eventuell auch irgendwann mal wieder sowas übernehmen.

00:49:45: und man sagt, da gibt es gewisse Leitplanken aber bis dahin erstmal solange atmen wie man das möchte.

00:49:51: Du hast ja bei Körperarbeit gesprochen und du sagst, fühlst das jetzt gerade so?

00:49:57: Ich find Körperbeit ist so ein Thema, das schon irgendwie ... ich wär jetzt nicht sagen belächelt wird.

00:50:02: Aber so ein bisschen unterschätzt wir bei der Körper ja eigentlich schon mit uns recht stark kommuniziert ne?

00:50:08: Also gerade in diesen Phasen wenn es einem nicht gut geht klar und sagt man Rückenschmerzen schwindel oder keine Ahnung weiß.

00:50:13: aber viele beschreiben ja grade in so Stresssituation auch eher enge in der Brust oder ich kann nicht richtig einatmen oder ich fang ganz stark an zu schwitzen.

00:50:24: vielleicht magst du da was dazu erzählen wie ... wie du das bei dir in dieser Stresssituation wahrgenommen hast, aber wie sich das dann auch ein Stück weit... ... verbessert aufgelöst hat.

00:50:33: Aber vielleicht auch in der Begleitung jetzt von deinen Patienten also wie die sich das entwickelt und was da für Punkte wichtig sind?

00:50:43: Ja zum Prinzip wirklich so wie du es beschrieben hast auch.

00:50:45: Das war diese enge, das Gefühl nicht mehr tief durchatmen zu können.

00:50:52: Manche sprechen ja über Bauchschmerzen, dieses Reizdarm-Syndrom.

00:50:55: Dieses berühmte Mann sucht und findet nix.

00:50:59: Manche kriegen das Gefühl, diese Herzphobie immer was am Herzen zu haben, obwohl es das Herz gar nicht ist.

00:51:06: Das lastet ihnen etwas auf dem Herzen aber das Herz ist es eigentlich gar nicht.

00:51:09: Und so gibt's ja ganz viele im Volksbund auch ganz viele Sprüche die das ein bisschen ausdrücken müssen.

00:51:13: Was in Nacken oder was im Kreuz liegen... Oder ich kanns nicht mehr sehen wenn man Probleme mit den Augen bekommt.

00:51:21: Das kommt ja nicht von ungefähr.

00:51:22: Das steckt ja schon auch so einen pünktlichen Wahrheit dahinter.

00:51:25: Die Sache ist einfach, dass sich diesen negativen Erfahrungen in unserem Körper und unserem Nervensystem abspeichern.

00:51:32: Die sind drin während Tiere in Stresssituationen hingehen und sie schütteln.

00:51:36: und das Ganze loszulassen, diese Spannung loszulesassen – was machen wir hier nicht?

00:51:39: Da wird es ständig auf der Straße jemand sehen, der sich schütelt!

00:51:41: Das wird lustig aussehen, macht keinen Mensch.

00:51:45: Aber so fängt's halt schon an.

00:51:46: Das ganze wird im Körper gespeichert und kommt dann irgendwann durch die chronischen Beschwerden raus.

00:51:51: Das kann man natürlich noch eine Stufe tiefer gehen, kann sagen okay wenn ich ständig Stress habe.

00:51:55: Man hat die Cortisolachse, HPA-Achse.

00:51:58: was passiert da mit dem Cortisol?

00:51:59: Was hat das Cortisol im Körper?

00:52:00: Was ist das Immunsystem?

00:52:01: Die Entzündungen, Stilleentzündung, chronische Schmerzen, ständige Inflammationen... Da sind wir wieder auf dieser funktionellen Ebene und das fließt halt auch mit rein.

00:52:10: weil ich sage du kannst nicht erwarten dass deine Psoriasis, deine Rheumatoide Ertrittes oder deiner Erkrankungen die Du entwickelst mit der Zeit dass die besser werden, wenn der Stress weiterhin da oben ist.

00:52:22: Dann kriegst du auch kein Blutdruck eingestellt.

00:52:23: Du kannst immer mehr Medikamente geben bis du die fünffach Kombination voll hast.

00:52:27: aber wenn du halt nicht vom Gaspeter einmal runter gehst dann wird der Körper immer weiter Symptome produzieren.

00:52:34: und da habe ich die Erfahrung gemacht, wenn du die Leute dann wirklich erstmal drüber aufklärst also... Meines Erachtens ist ja so Wissen, das Fundament.

00:52:40: Wenn die Menschen Bescheid wissen erst mal dann machen sie auch die Therapie mit und du dann halt da rein gehst mit Vargussregulationsübungen oder einfach ihr seht ganz banale Schütteln wirklich mal machst.

00:52:52: Da werden Emotionen zum Teil frei gesetzt.

00:52:54: Da steht ein gestandener Mann vor mir fängt an zu weinen nur durch eine Schückelübung und denkst du es ist halt so beeindruckend wirklich zu sehen was unser Körper alles leistet und was er alles abfedert, damit wir weiter funktionieren können.

00:53:08: Damit wir weiter quasi überleben können.

00:53:10: Dieser Überlebensinstinkt den wir haben der ist ja auch wichtig sonst wären wir wahrscheinlich nicht da wo wir heute sind.

00:53:16: aber ob er wirklich so gelebt werden sollte das steht wieder auf einem ganz anderen Blatt.

00:53:25: Wer kommt immer wieder in letzter Zeit dieser Gedanke, dass wir Menschen total unterschiedlich sind.

00:53:28: Wir versuchen immer so eine Norm zu entwickeln und zu sagen, wir machen auch Studien in der Medizin und jeder sollte weil keine Ahnung, wir haben eine Signifikanz die sagt das.

00:53:36: Mir kommt immerwieder der Punkt, dass sie eigentlich total unterschiedliche sind.

00:53:40: Und du hast es in, wie soll man sagen unterbewusst ganz lange gespürt und gemerkt okay aber ich pass in dieses System nicht.

00:53:47: Du sprichst davon, dass du sehr viel spürst ziehst ist bei mir auch.

00:53:50: Ich habe ganz viele über Körpersprache und sowas gelesen, Bücher gelesen.

00:53:56: Informationsfilme angeguckt und so weiter... Und dadurch nimmt man halt einfach unheimlich viel wahr.

00:54:00: und dann fällt es uns, in dem Fall ich spüre da schon mit dir mit.

00:54:04: Fällt es uns auch schwerer dann soviel, wie soll man sagen, Dienst zu machen?

00:54:09: Und die ganzen Eindrücke zu haben, wovon viele wahrscheinlich dann fünfzig Prozent überhaupt gar nicht mitkriegen, ja?

00:54:14: Die dann aber mitkliegen.

00:54:15: und so sind wir Menschen einfach unterschiedlich und haben unterschiedliche Wege denn auch damit umzugehen und dann zu sagen, schüttel dich mal!

00:54:23: In diesem Sinne ist man wahrscheinlich tut jemand total gut unter anderem Der macht dann eine andere Übung und sagt, das ist jetzt was für ihn.

00:54:30: Aber dieses körperliche finde ich wird tatsächlich ein Stück weit unterschätzt und wieder zu sich kommen.

00:54:40: Ganz viel davon spüre ich bei dir raus.

00:54:43: Ich war irgendwie fremdgesteuert durch Glaubenssätze, durch das Umfeldstück weiter auch.

00:54:47: Das ist auch so ein Punkt wo ich immer wieder merke... ... was für eine große Rolle Menschen spielen, die uns supporten oder halt eben nicht supporten.

00:54:55: Und dann ja wie soll man sagen zu dem... ...zu der Kraft wieder ein Stück weit zurückzukommen?

00:55:00: Ja!

00:55:01: Jetzt haben wir sicherlich höher heute die das nachempfinden können und sagen okay ich fühle mich vielleicht gerade jetzt so oder ich habe mich mal so gefühlt oder ich fühl mich vielleicht ein Stück weiter so.

00:55:17: Ja, sind jetzt durch deine Geschichte so durchgegangen und versucht auch die Emotion zu betrachten wie du in den einzelnen Situationen gefühlt hast.

00:55:25: Was würdest du jetzt jemandem der jetzt gerade zuhört sagen?

00:55:30: Was hat dir geholfen diesen... diesen Switch zu schaffen.

00:55:35: also was würdest Du sagen hey wenn wenn wenn du dich jetzt grad zu fühlst was wäre so das wo du sagen würdest Hey Das könnte ich mir vorstellen, dass dir das in der Situation jetzt gerade einfach hilft.

00:55:49: oder der Guthul.

00:55:50: Es gibt sicherlich mehrere Aspekte.

00:55:52: Aber was war bei dir so der Punkt wo du sagen würdest?

00:55:55: Okay!

00:55:56: Das würde ich gerne jemandem mitgeben wenn er jetzt in einer ähnlichen Situation ist.

00:56:00: Um nicht versuchen alleine durchzugehen... Ich glaube das ist das Wichtigste.

00:56:03: wie du eben gesagt hast wir sind soziale Wesen Wir sind in Verbindung und wenn man jetzt in seinem unmittelbaren Freundes- oder Bekanntenkreis erstmal keinen hat ... bei dem man seinen Ventil öffnen kann, sich dann vielleicht wirklich jemanden zu suchen... ... der es auf professioneller Ebene macht.

00:56:20: Ich weiß die klassischen Therapieplätze sind ragesäht,... ... das habe ich in der Praxis auch immer wieder erlebt,... ... deshalb habe ich als Hausärztin auch viele Patienten müssen oder dürfen durch diese Zeit durchbegleiten.

00:56:32: Aber man kann sich mal durchgucken.

00:56:33: Es gibt so viele ganzheitliche Coaches oder auch gerade im Bereich Somatik Experience,... ...die sich damit auskennen wo man vielleicht ein zwei Stunden... Man muss ja da kein Riesenpaket abschließen, mal ein oder zwei Stunden bucht und dann einfach mal sagt okay das ist mein Punkt was kann ich tun?

00:56:48: Und dann hat es einfach jemand von außen sich die ganze Situation anguckt.

00:56:51: Weil man ist ja doch sehr verkopft, man ist so in seinem kleinen engen sozusagen seinen Korridor drin und man sieht links und rechts in dem Moment nicht.

00:57:00: Man sieht die Option nicht, man sieht die Möglichkeit nicht und jemand anders guckt drauf wird sich vielleicht sogar lächeln und sagen du ist doch ganz logisch.

00:57:07: Ist doch ganz einfach, guck mal!

00:57:09: Und das hilft einem schon, den nächsten Schritt zu gehen.

00:57:12: Nach dem nächsten Schritt kommt der nächste Schritt und so bewältigst du einfach diesen Berg, der vor dir liegt mit einem Schritt nach dem anderen.

00:57:19: Du musst nicht den Berg auf einmal hoch sprinten.

00:57:21: Das

00:57:22: braucht einfach Zeit.

00:57:25: Also ich höre ein bisschen raus, diesen Moment zu nutzen und einfach jemandem bei der Hand zu nehmen.

00:57:30: Entweder jemand aus dem Umfeld wo man weiß, dass er supportet einen oder jemand, der professionell ist um die Energie für den ersten Schritt zu bekommen.

00:57:41: Schön, dass du da warst.

00:57:42: Vielen Dank.

00:57:43: Es hat mir nicht nur Spaß gemacht und mich bewegt.

00:57:47: Das konnte ich viel tatsächlich auch nachempfinden.

00:57:50: Das war schon stark.

00:57:54: Vielen herzlichen Dank!

00:57:55: Ich danke dir Ben!

00:57:58: Das war eine neue Folge von Sprechstuhl mit dem Leben.

00:58:03: Ja wenn es dich irgendwie auch berührt oder bewegt hat und das Gefühl hattest, das könnte jemandem gut tun, wenn er das jetzt vielleicht hört dann... gerne teilen und so denjenigen supporten.

00:58:18: ich glaube wir brauchen manchmal jemandem der für uns da ist.

00:58:23: ansonsten natürlich abonnieren damit die nächste folge nicht verpasst wird.

00:58:27: ganz liebe grüße bis zum nächsten mal.

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